In Magdeburg findet man noch viele der oft verfallenden Rayonhäuser. Einige von ihnen wurden bereits saniert und sind bewohnt, andere wiederum verfallen.

Dem Angreifer keine Deckung lassen
Sie wurden so erbaut, dass man sie im Falle eines Angriffs auf die preußische Festung schnellstmöglich abbauen konnte.  Laut dem Reichsrayongesetz war es vorgeschrieben, innerhalb eines bestimmten Abstandes zur Festung nicht oder nur eingeschränkt zu bauen. Festungen waren von 3 Festungsrayons umgeben, welche begrenzte Zonen markierten, in denen nur beschränkt gebaut werden durfte.
An der Festung nahen Zone (1. Rayon) durften die Gebäude lediglich aus Holz und Blech gebaut werden. In der mittleren Zone (2. Rayon) war leichte Bebauung erlaubt, jedoch konnten diese im Notfall schnell verschwinden. Im 3. Rayon war lediglich die Ausrichtung der Straßen vorgeschrieben.

Viele Rayonhäuser in Magdeburg sind bis heute erhalten

Auch heute findet man in Magdeburg viele Rayonhäuser. Von den 180 einst gebauten Häusern sind heute noch 45 vorhanden. Die Zustände sind jedoch sehr unterschiedlich. Viele werden saniert und bewohnt, andere verfallen. In der Leipziger Straße sind viele Rayonhäuser vorhanden. Eines der bekanntesten ist wohl die Rayon-Schmuckwerktstatt.
Auch in der Steinigstraße 1 a befindet sich ein Rayonhaus, welches 1874 errichtet wurde. Erst wurde es von einem Getreidehändler als Wohnhaus genutzt, später dann in der DDR von der Geheimpolizei (Stasi). In der Zwischenzeit wurde das Haus mehrfach verändert. Nach einem Eigentümerwechsel begannen Sanierungsarbeiten und das Haus wurde als Bar und Restaurant wiedereröffnet. Seit 2017 wird es wieder als Wohnhaus genutzt.

 

 

Quellen: https://rayonhaus.org/rayonhaeuser_geschichte/
https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsrayongesetz
https://de.wikipedia.org/wiki/Festungsrayon

 

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